Vita & mehr
James Blackforest und die aktuelle Webseite vom Schwarzen Berg
James Blackforest, Maler, Dichter und Lebenskünstler ist der jüngste Bürger vom Schwarzen Berg.
Er fühlt sich sehr wohl, in der Gegend zwischen Fessenbach und der Bühlwegkirche. Der Eine oder Andere hat sicher schon von ihm gehört.
Der Ortenberger Bürgermeister hat ihn noch nicht zum Neubürgerempfang zum Kuchen und Kaffee eingeladen.
Eigentlich ist James Blackforest Hausmeister bei der Kuckucksuhren Vertriebsgesellschaft Mittelbaden und der Wassermeister weiß genau, wo der wohnt.
James Blackforest würde sehr gerne aktives Mitglied in der Fasentgemeinschaft Freies Montenegro 1907/65 werden. Zu diesem Zweck besucht er die aktuellen Webseiten von der Fasentgemeinschaft Freies Montenegro, letzte Aktualisierung, Freitag, 17.8.2001. Gerne würde er zu der Nikolausfeier kommen, die am 22.12.2001 stattfinden soll. Leider kann er diesen Termin aus aktuellen terminlichen Gründen nicht mehr schaffen. Aber vielleicht langt es noch zum Osterhasen. Einen aktuellen Osterhasentermin kann er auf dieser Webseite nicht finden.
James Blackforest kommt auf jedenfall, als Pirat aus einem fernen Land verkleidet, am Fasentsonntag zum Johrmärkt, wo er dann die Leute vom Schwarzen Berg und Ortenberg kennenlernen kann.
Eigentlich möchte James Blackforest keine Gedichte veröffentlichen, weil er Angst hat, daß er sich im Dorf blamiert. Aber, sein Herz gib ihm doch einen kleinen Stoß:
Auf euch soll es rote Rosen regnen,
Weißwürste und Currywürste sollen euch segnen.
Sonnenschein, kein Eis und Schnee.
Kühe und rote Nelken
möchte ich euch schenken.
Knuddeln und weihnachtlich kredenzen,
mit Kaffe und Schwarzwälder Kirsch,
Speck mit Rühreier und Kartoffelsalat,
viel Urlaub und Kekse.
Schraubenschlüsseln und Wagenhebern.
Maschinenöl und sonst was ihr so zum Leben braucht.
Das alles möchte ich euch schenken.
"Was ist Reduzierung?"
James Blackforest: Bilder, Gedichte und Geschichten
Ein-Mann-Performance im Atelier Wolfgang End
Mit Gitarre und Helferin
Werke von James Blackforest
Während der Performance
Auschnitt eines Original Blackforest
SZ Fürstenfeldbruck, 11.04.2006:
Bunte Comics in edlen Rahmen,
Performance mit dem Maler Wolfgang End
■ Am Wochenende präsentierte ein neuer Künstler aus dem Landkreis im Puchheimer Wintergartenatelier von Wolfgang End in einer Performance seine Werke - jedoch ohne sein Gesicht zu zeigen (er sei verhindert, hieß es). Sein Name ist James Blackforest, seine Bilder in Acryl und Ölfarbe decken ein breites künstlerisches Spektrum ab. „Wie fast jeder Maler hat er mit Landschaften begonnen, später hat er sich in comicartigen Bildern versucht und pastellfarbene, diffuse Seelenbilder gemalt", erläutert End. Und End muss es wissen, ist James Blackforest doch in Wahrheit sein Alter Ego. Eine Figur, die er im vergangenen Jahr erfunden hat und deren Lebensweg er seither in Form von Fortsetzungsgeschichten im Internet konstruiert. „Ich habe eine eigene Webpage im Internet und habe für diese etwas über mich schreiben müssen, dabei habe ich festgestellt, dass ich viel lieber über jemand anderen schreiben würde", erzählt End. Damit war die Idee für ein Alter Ego geboren. Alle drei bis vier Wochen erscheinen seither neue Episoden von und über den Mann aus dem Schwarzwald, der als Hausmeister bei einer Kuckucksuhrenfabrik arbeitet, auf Ends Homepage. „In seiner Freizeit dichtet Blackforest minimalistisch reduzierte Verse und malt", so der Puchheimer.
Gedämpfte Farben
Immer ist dabei aber vor allem der subtile, versteckte Humor Ends spürbar. Ein Hinweis darauf, dass er sich selbst nicht übermäßig ernst nimmt und der auch in seinen „eigenen" Bildern sichtbar ist. Jenen großformatigen, poppig bunten Arbeiten, zumeist voll üppiger, nackter Frauen, in denen immer auch eine Weißwurst zu sehen ist. „Im Landkreis bin ich quasi als Weißwurst-Maler bekannt", schmunzelt End. Die Figur des James Blackforest ermöglicht es ihm nun, auch andere künstlerische Wege zu beschreiten. „In den letzten Tagen habe ich nur Blackforest-Bilder gemalt und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht", erzählt er. Gedämpfte Farben, wenig Menschen, Naturalistisches ohne Überzeichnung.
Doch das wohl erstaunlichste an der „Blackforest"-Ausstellung sind weniger die Bilder, sondern deren Rahmen. Die schmalen blauen Holzrahmen stammen nämlich aus dem Münchner „Haus der Kunst", und wie die Aufkleber auf der Rückseite belegen, steckten in ihnen einst Arbeiten von Berühmtheiten wie Max Beckmann, Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Paul Klee. „Ich habe früher als Techniker im Haus der Kunst gearbeitet und bei einer Entrümpelungsaktion durfte ich die Rahmen mitnehmen", erzählt End. Nun beheimaten sie die Bilder seines (noch) gänzlich unbekannten Alter Egos, nicht ohne durch diese Konstellation einmal mehr den Humor Wolfgang Ends deutlich zu machen. aht